Gesundes Grillen – nicht nur eine Frage des Grillguts

Mit den frühlingshaften Temperaturen steigt die Vorfreude auf das Angrillen. Aber geht das überhaupt ohne Bedenken? Klimaschützern raten zum Verzicht auf Fleisch, Ernährungsexperten warnen vor krebserregenden Stoffen auf dem Grillgut, Versicherungen berichten von Unfällen mit Brandverletzungen. Aber lassen Sie sich die Freude nicht verderben. Fünf einfache Regeln verhelfen zum Grillgenuss ohne Reue.

Grillen

1. Grillgut für jeden Geschmack

Generell müssen Sie darauf achten, dass Fleisch gut durchgegart ist, damit eventuell vorhandene Keime abgetötet werden. Grillen ist aber längst nicht nur für Fleisch eine leckere Zubereitungsart. Fisch, Käse und Gemüse sind je nach Ernährungsweise gute Alternativen. Auch Tofu darf auf den Grill, muss aber vorbereitet werden. Tofu mit fester Konsistenz nimmt auch die Marinade besser auf. Die grilltaugliche Festigkeit lässt sich erreichen, indem man den Tofu in einem Küchentuch für einige Stunden auspresst. Alternativ kann man ihn auch einfrieren und erst kurz vor dem Grillen auftauen. Nicht auf den Grill gehört Pökelfleisch, zum Beispiel Salami. Das Pökelsalz reagiert bei hoher Temperatur mit den Eiweißen und bildet krebserregende Nitrosamine.

2. Rauch und verkohlte Stellen vermeiden

Krebserregende Stoffe bilden sich auch, wenn Fleischsaft und Fett in die Glut tropfen und dort verbrennen. Der giftige Rauch lagert sich am Grillgut ab. Gasgrills sind hier gegenüber der traditionellen Variante mit Holzkohle deutlich im Vorteil. Auch wenn Sie knuspriges Grillgut mögen, sollten Sie stark verkohlte Stellen nicht verzehren. Damit schwarze Krusten gar nicht erst entstehen, richten Sie verschiedene Temperaturzonen ein. Bei Gasgrills sind sie in der Regel schon konstruktionsbedingt vordefiniert. Bei Holzkohle nutzen Sie den heißesten Bereich direkt über der Kohle nur zum Angrillen. Das Durchgaren erfolgt abseits der Glut. Damit verhindern Sie zugleich das Verbrennen von abtropfendem Fett.

3. Bier nur zum Trinken

Verzichten Sie auf das Ablöschen mit Bier. Es ist zwar beliebt und gibt Geschmack, hat aber bezüglich der krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) denselben negativen Effekt wie abtropfendes Fett.

4. Spieß statt Folie

Alufolie wird häufig für das Grillen von Gemüse und Fisch verwendet. Der Nachteil: Bei Hitze können sich schädliche Bestandteile der Folie lösen und auf dem Grillgut ablagern. Verwenden Sie für Gemüse lieber einen Grillspieß. Für Fisch kann man spezielle Grillzangen kaufen.

5. Brandschutz ist Gesundheitsschutz

Es sollte sich herumgesprochen haben, dass Spiritus, Benzin und ähnliche Hilfsmittel auf der Grillparty nicht zu suchen haben. Außer Holzkohle oder entsprechenden Briketts und eventuell einem Grillanzünder gehört nichts in die Feuermulde. Auch die Sauerstoffzufuhr mit Blasebalg oder Wedeln erzeugt mehr gesundheitsschädlichen Qualm als schnelle Hitze. Mit Gas- und Elektrogrill stellt sich das Problem des Anzündens nicht, diese Geräte sind auch für Anfänger sicher.

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