Was leisten Vitaminpräparate wirklich? Lobbyismus oder sinnvolle Ergänzung?

Vitaminpräparate werden überall beworben: Sie sollen Krankheiten heilen, Erkrankungen und Mangelerscheinungen vorbeugen, sportlich leistungsfähig machen und die Regeneration fördern. Aber sind die Präparate wirklich nötig? Der tatsächliche Nutzen ist umstritten, da die Ernährungslage in Deutschland eigentlich gut genug ist. Trotzdem können die Präparate in bestimmten Situationen sinnvoll sein.

Jeder kennt die Situation: Beim Training krampft es in der Wade, die Muskulatur wird hart und lässt sich nicht mehr so einfach lösen. das Training wird unterbrochen. „Nimm mal Magnesium“, so der häufige Rat vom Trainer. Bei Erkältungen soll Vitamin C es richten. Gegen schlechte Laune könnte Vitamin D helfen. Bei Hautproblemen und brüchigen Nägeln geht es meist um Vitamin E. Supplements gibt es für alles und gegen alles. Der Gedanke dahinter ist klar: Vitaminmangel kann die Ursache verschiedener Symptome sein.

Vitaminpräparate

Ernährungslage in Deutschland

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, braucht man in Deutschland keine Vitaminpräparate. Es sind ausreichend Nahrungsmittel in guter Qualität verfügbar, die den täglichen Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen decken. Und diese Nahrungsmittel sind sogar leistbar. Zu einer Mangelernährung kann es höchstens kommen, wenn man sich sehr einseitig ernährt. Sogar die industriell verarbeiteten und verzehrfertig vorbereiteten Gerichte sind in der Regel mit synthetisch hergestellten Vitaminen aufgepeppt, so dass das „Dosenfutter“ nicht mit Mangelernährung in Verbindung gebracht werden kann.

Erhöhter Bedarf

Es gibt aber durchaus Menschen, die einen erhöhten Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen oder Spurenelementen haben. Das kann von Krankheiten bedingt sein. Alte Menschen essen meist nicht mehr so viel und können gegebenenfalls von Vitaminpräparaten profitieren. Schwangeren und Stillenden rät man zu Zusätzen. Und auch Menschen in der Rehabilitation sowie in der Rekonvaleszenzphase nach Krankheiten können einen erhöhten Bedarf haben. Der lässt sich durch eine entsprechende Ernährung decken. Allerdings ist es auch verständlich, wenn berufstätige Menschen manchmal einfach keine Zeit haben, sich intensiv mit Nahrungsmitteltabellen und Nährstoffwerten auseinanderzusetzen. Da kann es im Alltag sinnvoller und vor allem pragmatischer sein, zu Vitaminpräparaten zu greifen.

Allrounder oder doch lieber das spezielle Einzelpräparat?

Auf dem Markt finden Sie ganz unterschiedliche Arten von Vitaminpräparaten. Da sind einerseits die Allrounder, die von A bis Z alles enthalten, was man benötigt. In einer Tablette, Brausetablette oder einem Pulverbriefchen ist in der Regel der komplette Tagesbedarf enthalten. Diese Präparate bringen wenig, weil sie einfach nur alles, was der Körper in ganz unterschiedlicher Menge braucht oder nicht braucht, zuführen. Der Körper kann überschüssige aufgenommene Vitamine aber nicht speichern, sondern muss sie ausscheiden.

Einzelpräparate können in unterschiedlicher Dosierung ein- oder mehrmals täglich eingenommen werden. Das ist dann sinnvoll, wenn über eine medizinische Untersuchung nach ausführlicher Anamnese tatsächlich ein Mangel festgestellt wurde. Dann kann das betreffende Vitamin in der benötigten Dosis ganz gezielt zugeführt werden.

Manche Nährstoffe blockieren sich gegenseitig

Manche Vitamine können vom Körper nur in Verbindung mit Fett aufgenommen werden, andere sind hitzeempfindlich, und wieder andere blockieren sich gegenseitig in der Aufnahme. Vitaminpräparate sind nur dann sinnvoll, wenn der Körper sie auch aufnehmen kann. Allein aus diesem Grund schon sollten Sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Mediziner oder Ihrer Medizinerin einfach so Vitaminpräparate einnehmen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf abtei.de.

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Foto (Beitrag und In-Artikel): © cirquedesprit – Fotolia.com

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