Schlaflosigkeit: Ursachen und Formen für Schlafprobleme?

Mancher schläft schlecht bei Vollmond oder wenn ihm der Stress die Ruhe raubt. Jeder Mensch kennt Phasen, in denen er mehr oder weniger gut schläft. Auch Aufregung und Vorfreude auf das Kommende können unsum den Schlaf bringen. Was allerdings, wenn Schlaflosigkeit zum ständigen Begleiter wird?

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Schlaflosigkeit ist weit verbreitet

Von chronischer Schlaflosigkeit spricht man dann, wenn es mehrfach in der Woche dazu kommt, dass der Nachtschlaf gestört ist. Die Folgen sind Müdigkeit, Nachlassen der Konzentrations- und Merkfähigkeit, Aggressionen können auftreten und der Mensch wird antriebslos. Das kann zu vermehrtem Stress im Beruf wie in der Familie führen, der uns wiederum vom Schlaf abhalten – ein Teufelskreislauf.

Störungsbilder bei Schlaflosigkeit

Aus der Vielzahl der den Medizinern bekannten Unterscheidungen von Schlafstörungen kommen die sogenannten Insomnien am häufigsten vor. Als Insomnie werden generell alle Formen bezeichnet, die dazu führen, dass der Mensch Schlaf nicht in ausreichender Menge finden kann. Dabei sind drei Formen bekannt.

  • Die Einschlafstörung: Es dauert mehr als eine halbe Stunde, bis der Betroffene einschlafen kann.
  • Die Durchschlafstörung: Zwar schläft der Betroffene relativ gut ein, erwacht aber in der Nacht und benötigt mehr als eine halbe Stunde, um wieder einzuschlafen.
  • Frühes Erwachen: Als letzte bekannte Form der Insomnie gilt das frühzeitige Erwachen. Patienten, die hiervon betroffen sind, wachen vor der Zeit auf und finden nicht zurück in den Schlaf.

Neben psychischen Gründen kann es allerdings auch andere Ursachen haben, wenn sich Patienten nach dem Nachtschlaf wie zerschlagen fühlen: Schlafapnoe ist ein häufig anzutreffendes Phänomen. In der Hauptsache sind Männer betroffen: Im Schlaf fällt die entspannte Zunge in den Rachen zurück. Die Atmung wird behindert. Trotzdem Zwerchfell und Lunge ordnungsgemäß arbeiten, kann der Schläfer keinen Atem schöpfen. Der Körper meint zu ersticken. Das ruckhafte Erwachen ist die Folge und mit ein paar tiefen Atemzügen wird der Sauerstoffhaushalt wieder hergestellt. So kann es mehrfach in der Nacht ablaufen, sogar ohne dass die Betroffenen davon etwas wissen. Sie erreichen allerdings kaum die für die Erholung so wichtige Tiefschlafphase. Die Folgen sind Mattigkeit trotz Schlaf. In extremen Fällen kommt es zu spontanem Einschlafen tagsüber, weil der Körper vollkommen erschöpft ist.

Zur Abklärung, ob Schlafapnoe der Grund für eine anhaltende Müdigkeit ist, muss der Besuch eines Schlaflabors in Betracht gezogen werden. Die Patienten schalfen unter Beobachtung und Computer protokollieren den Verlauf der Nacht.

Folgen der Schlaflosigkeit für den Körper

Neben dem subjektiven Missbefinden, das ein Mangel an Schlaf bewirkt, können auch Organe an Schlafmangel Schaden nehmen: Bis zu 48 % erhöht ist das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, wenn der Mensch über einen längeren Zeitraum weniger als sechs Stunden in der Nacht schläft. Zumindest gilt das für all jene, die diese Zeitspanne für sich als unbekannt bezeichnen müssen. Im Gegensatz zu ihnen gibt es durchaus gesunde Menschen, die regelmäßig nur sechs Stunden in der Nacht schlafen, die sogenannten Kurzschläfer. Ihr Verhalten bringt kein höheres Risiko mit sich.

Was kann man tun?

Naheliegend scheint der Griff zur Schlaftablette zu sein. Allerdings birgt es auch die Gefahr der Abhängigkeit. Wie alle Medikamente sind auch Schlaftabletten nicht vollkommen ohne Risiken. Besser ist es in jedem Fall, zunächst die Ursachen festzustellen. Hier kann der Arzt helfen. Zunächst wird er abklären, ob körperliche Gründe vorliegen. Neben der weitverbreiteten Schlafapnoe werden Demenz, Angststörungen, Hirntumore und Parkinson als Beispiele genannt, die zu Schlafstörungen führen können.

Da die Mehrzahl aller Schlafstörungen jedoch daher rührt, dass Betroffene aus ihrem hektischen Alltag nicht abschalten können, muss und kann eine nebenwirkungsfreie Behandlung gesucht werden. Stressbewältigung und Entspannungsübungen gehören zu den Techniken, die bereits vielen wieder zu gesundem Schlaf verholfen haben.

Keinesfalls sollte der verloren gegangene Nachtschlaf tagsüber nachgeholt werden. Zwar ist Power-napping gerade in aller Munde, aber bei Schlafstörungen führt das Mittagsschläfchen eher dazu, dass die Betroffenen ausgeschlafen sind, wenn die Nachtruhe naht. Ein Spaziergang an der frischen Luft vor dem Schlafengehen kann schon eher Wunder bewirken und zum erholsamen Schlaf beitragen.